Jonas wünscht sich nichts sehnlicher als im Meer zu leben, bei den Fischen. Aber das ist unmöglich. Oder etwa nicht?

Jonas und das Meer

Mit zwei Jahren ist Jonas das erste Mal in seinem Leben am Strand. Sofort zieht das Meer ihn in seinen Bann.

„Wasser schwappt ihm über die Zehen.
Hin und her. Her und hin.
Es flüstert ihm zu: ‚Komm her. Komm mit. Komm rein.‘
Und als keiner hinsieht, hüpft er hinein.“

Er ist in seinem Element, schwimmt mit den Fischen – so lange bis er keine Luft mehr bekommt und seine Mutter ihn aus dem Wasser zieht.

Doch das Meer lässt ihn nicht mehr los.

Mit acht Jahren hat er einen Plan. Er sammelt Strandgut und baut sich ein Boot. Mit dem paddelt er los – hinaus aufs offene Meer. Endlich. Er wirft den Anker und springt ins Wasser. Eine Glaskugel auf dem Kopf. Aber auch dieses Mal geht es nicht gut und er muss wieder gerettet werden.

Doch das Meer lässt ihn nicht mehr los.

Um sein Ziel vom Leben im Meer zu erreichen, baut Jonas ausgefeilte Konstruktionen, an denen er jahrelang herumtüftelt. Mit 18 Jahren versucht er mit einem Schnorchelfass erneut sein Glück. Alles sieht gut aus – doch dann wird er von einer Welle an den Strand zurückgeschleudert.

„Die Fischer lachen und schütteln den Kopf.
„Ein Mensch gehört ans Land und nicht ins Meer.'“

seesucht
Bild: ©Mixtvision

Wird es Jonas eines Tages gelingen, eine Konstruktion zu erfinden, die ihm ein Leben unterhalb der Wasseroberfläche – mitten im Meer – ermöglicht?

Buchinformationen

Marlies van der Wel: Seesucht
Mixtvision, München 2021
Hardcover, 78 Seiten
Ab 3 Jahren
Weitere Informationen zum Buch findet ihr hier.

Meine Sehnsucht

Bild: ©Jessica Petrusch

Ich verstehe Jonas nur zu gut.

Ich bin wohl das, was man eine Wahlmünchnerin nennt oder gern auch Zuagroaste schimpft. Und tatsächlich ist es schon eine ganze Weile her, dass ich in den Zug stieg, um ein neues Leben zu beginnen. Nach dem Studium. Dass ich so lange bleiben würde, hätte ich damals nicht gedacht. München sollte eine Zwischenstation sein und nicht das Reiseziel. Mehr als 15 Jahre ist das nun her. Und ich denke, es werden noch viele weitere Jahre hinzukommen. Dass meine Tochter mir zum Abschied ein fröhliches „Pfiat di“ entgegen schmettert, lässt mich allerdings immer noch verwirrt zurück. Denn auch wenn mir München ans Herz gewachsen ist – es schlägt immer noch im norddeutschen Takt. Ich habe Sehnsucht. Immer ein bisschen. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger.
Im Moment mehr – viel mehr. Während alle um mich herum sich nach Urlaub sehnen, will ich nur eins. Endlich wieder nachhause. Na huus.

Auf dem Deich stehen. Mit allen Sinnen.

Sehen: Die Wellen. Das Wasser. Die Weite. Die Schiffe.
Hören: Das Rauschen der Wellen. Möwengeschrei. Das Brausen des Windes. Und in der Ferne das Tuten der dicken Containerpötte.
Riechen: Den Schlick, wenn das Wasser sich zurückzieht. Den Geruch nach Salz, der sich in den Haaren absetzt.
Spüren: Den Wind. Die Freiheit. Den sicheren Deich unter mir.
Schmecken: Das mitgebrachte Bier.

Und dann ist sie da: eine tiefe innere Ruhe, die ich in der Form an keinem anderen Ort der Welt empfinde.
Ja, ich habe Sehnsucht. Seesucht. Unstillbar.

Ich verstehe Jonas nur zu gut. Denn das Meer lässt auch mich nicht los.

Bild: ©Jessica Petrusch

Gewinnspiel

seesucht blogparade

Dieser Blogbeitrag ist Teil der Seesucht-Blogparade, zu der Katja von Küstenkidsunterwegs eingeladen hat. Sie wollte wissen, was meine Sehnsucht bzw. Seesucht ist. Alle Informationen und weitere Beiträge zur Blogparade findet ihr hier.

Und wenn ihr jetzt Sehnsucht nach dem wunderbaren Buch über die Seesucht verspürt, könnt ihr mit etwas Glück ein Exemplar gewinnen. Zur Teilnahme hinterlasst mir einfach einen Kommentar – hier oder bei Instagram.

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel

Das Gewinnspiel endet am 25.04.2021. Der Gewinner wird per Losverfahren ermittelt und im Anschluss von mir benachrichtigt. Der Versand kann nur innerhalb von Deutschland sowie nach Österreich und in die Schweiz erfolgen. Der Versand erfolgt direkt über den Verlag Mixtvision – zu diesem Zweck werden die Adressdaten des Gewinners/der Gewinnerin entsprechend weitergegeben. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch damit einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

seesucht
Anmerkung: Das Buch „Seesucht“ wurde uns freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Mixtvision zur Verfügung gestellt.

Autor

Als ich klein war, konnte ich es nicht abwarten, endlich selber lesen zu können. Ich liebte es sehr, wenn meine Eltern mir aus Büchern vorlasen. Aber es reizte mich, es ihnen gleich zu tun und selbst die gedruckten Wörter zu einer Geschichte zusammenzusetzen. Nachdem ich endlich lesen gelernt hatte, verschlang ich ein Buch nach dem anderen. 2016 bin ich Mutter geworden und ich möchte meiner Tochter Sina die Welt der Bücher eröffnen wie sie einst mir geöffnet wurde.

4 Comments

  1. Liebe Nicole,

    die Seesucht hat auch mich gepackt. Da, wo Du herkommst, da zieht es mich nun immer wieder hin, in immer kürzen Abständen. An die Küste, den Deich, die wilden Fluten im Frühjahr, die so manch hübsche Geschenke mitbringt: mal einen Donnerkeil, mal einen Bernstein und allerlei mehr Getreibsel. Die Flut nimmt, die Flut gibt, so sehr, dass ich innerlich schon ganz zerrissen bin, ich wäre gern dort zu Hause. Anner Küste, achtern Diek.

    Nun muss das aber wohl überlegt und keine überstürzte Sache sein und da heißt es kühlen Kopf bewahren, abwarten und Tee trinken – und mit Nichte & Neffe in diesem wunderschönen Büchlein schmökern, falls es das kleine Glück denn so will.

    Denn das große Glück, dass muss vorerst noch warten.

    Liebe Grüße!

  2. Silvia Hardenberg Antworten

    Gerne würde ich „Seesucht“ mit meinen kleinen Taucher lesen, über einen Gewinn würden wir uns sehr freuen. Auch wir haben immer Seesucht!
    Liebe Grüße aus deiner Heimat!

  3. Das Buch klingt richtig gut. Ich hab auch Seesucht… ich war seit Jahren nicht mehr am Meer – als Kind war ich das sehr oft, weil meine Eltern mit meiner Schwester und mir viel gereist sind.

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