Stell dir vor, du besuchst den Jahrmarkt und gewinnst eine Giraffe. Da ist die Freude groß – doch was tun, wenn Mama und Papa mit dem neuen Haustier nicht einverstanden sind. Ob man sie verstecken kann? Das erfahren wir in dem Buch Eine Giraffe im Haus von Michelle Robinson.

Zu groß, zu tollpatschig

Ein kleines Mädchen gewinnt auf dem Jahrmarkt eine Giraffe. „Keine Topfpflanze, auch keinen Goldfisch – nein, eine Giraffe!“ Ihre Eltern werden allerdings nicht begeistert von dem neuen Haustier sein. Dabei haben sie noch Glück gehabt, denn bei dem Jahrmarktstand mit der Aufschrift „Gewinne ein Tier“ hätte das Mädchen auch ein anderes Tier gewinnen können, zum Beispiel einen Braunbären oder einen Löwen. Dennoch: sie wollen die Giraffe bestimmt nicht. Da ist sich das Mädchen sicher.

„„Klar ist sie niedlich“, werden sie sagen, „aber sie ist auch groß und tollpatschig.““

Sie werden behaupten, dass sich die Giraffe nirgends im Haus unterbringen lässt und sagen, dass sie nicht bleiben kann.

„Aber meine Giraffe KANN bleiben – sie braucht nur ein sehr gutes Versteck. Mal überlegen. Wo ist der beste Platz, um eine Giraffe zu verstecken?“

Vielleicht eignet sie sich als Wäscheleine? Oder als Treppe? Als Rutsche vielleicht? Jede Idee, die ihr einfällt, verwirft das Mädchen wieder. Bis sie selbst darauf kommt, dass die Giraffe nicht ins Haus gehört. Im Wald ist sie viel besser aufgehoben, oder?

 

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Farbenfroh und temporeich

Es gibt Bücher, die sorgen einfach für gute Laune, wenn man sie aufklappt. Das Buch Eine Giraffe im Haus gehört für mich zu dieser Sorte Bücher. Es ist nicht nur sehr farbenfroh und niedlich gezeichnet. Es liest sich auch sehr temporeich. Ungewöhnlich für ein Bilderbuch ist, dass Eine Giraffe im Haus aus der Ich-Perspektive des Mädchens geschrieben ist. Hier hilft es für das bessere Verständnis vielleicht, wenn man als Vorleser etwas Rahmenhandlung ergänzt.

Ich finde die Mimik der Figuren außerdem sehr ausdrucksstark. Die Gefühle spiegeln sich eindeutig in den Gesichtern wieder und laden dazu ein, diese zu thematisieren. Ebenso wie das Thema Haustiere: Warum eignet sich nicht jedes Tier als Haustier? Was braucht ein Tier?

Und wer jetzt denkt: „Aber es geht doch um eine Giraffe. Wie soll ich da eine Überleitung zum Haustier finden?“ Die Überleitung ist ganz einfach, denn aus der Sicht eines dreijährigen Kindes ist es überhaupt nicht abwegig, eine Giraffe als Haustier zu halten. Denn in ihrer Welt ist alles möglich, sie sind in der sogenannten magischen Phase.

Alles in allem ist Eine Giraffe im Haus also ein sehr niedliches Bilderbuch, das mir gut gefällt. Meine Tochter schaut es sich mit 2,5 Jahren schon sehr gerne an.

Buchinformationen

Michelle Robinson: Eine Giraffe im Haus
Mit Illustrationen von Claire Powell
J.P. Bachem Verlag, Köln 2018
Hardcover, 32 Seiten
Ab 3 Jahren
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Klappentext

Was machst du, wenn du auf dem Jahrmarkt eine Giraffe gewinnst? Verstecken! Doch das ist gar nicht so einfach, denn das große tollpatschige Haustier passt nirgends hinein – nicht in den Kofferraum und erst recht nicht in die Hundehütte. Und im Haushalt ist die Giraffe auch keine große Hilfe. Also, was nun?

Eine Giraffe im Haus

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Anmerkung: Das Buch „Eine Giraffe im Haus“ wurde uns freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom J.P. Bachem Verlag zur Verfügung gestellt.

Autor

Als ich klein war, konnte ich es nicht abwarten, endlich selber lesen zu können. Ich liebte es sehr, wenn meine Eltern mir aus Büchern vorlasen. Aber es reizte mich, es ihnen gleich zu tun und selbst die gedruckten Wörter zu einer Geschichte zusammenzusetzen. Nachdem ich endlich lesen gelernt hatte, verschlang ich ein Buch nach dem anderen. 2016 bin ich Mutter geworden und ich möchte meiner Tochter Sina die Welt der Bücher eröffnen wie sie einst mir geöffnet wurde.

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